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An dieser Stelle blogge ich über Themen mit Bezug zu meiner Arbeit und meinen Interessen.

 

24. Januar 2018

 

Künstliche Intelligenz und Marketing (nicht nur) auf dem #DMK18

 

„Künstliche Intelligenz heißt es solange, wie es nicht funktioniert. Danach kriegt es einen richtigen Namen.“ Mit Bonmots wie diesen sichert sich Hans-Christian (kurz Chris) Boos die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer. Zumindest auf dem Deutschen Medienkongress #DMK18 hat er es meiner Wahrnehmung nach damit geschafft. Boos, Geschäftsführer und Gründer des KI-Unternehmens Arago, befasst sich seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem Thema. Was ist das überhaupt, „künstliche Intelligenz“? Für Boos „macht eine Maschine etwas, was wir vorher gemacht haben“. Flapsig, nichtsdestotrotz verständlich. Etwas ausführlicher definiert das Gabler Wirtschaftslexikon den Begriff: „Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigt sich mit Methoden, die es einem Computer ermöglichen, solche Aufgaben zu lösen, die, wenn sie vom Menschen gelöst werden, Intelligenz erfordern.“ Also wie beim Fachmann Boos, nur eben länger.

Der Unternehmer, der bereits 2014 seine eigene KI-Plattform zur Marktreife gebracht hat, zeigt jedoch keine plumpe Technikgläubigkeit: „Ich glaube, wirklich Neues erfinden nur Menschen“. KIs seien „große Optimierer“. Sie hätten eher schnellere Pferde erfunden statt des Autos.

Was das mit Marketing zu tun hat? Beileibe nicht nur als Selbstzweck und „Buzzword“, sondern um das zu verarbeiten, was im Marketing besonders häufig anfällt: Massendaten. Boos zufolge eigneten sich KI-Systeme besonders als Sprachassistenten bzw. Chatbots. Als Anbieter für automatisierte Communitypflege erwähnte er „Conversario“, ein Produkt der ferret go GmbH aus dem brandenburgischen Bernau. Nach eigenen Angaben handelt es sich dabei um „die erste Hate-, Spam- & Fake-Firewall für Ihre digitale Präsenz“. Wie gut diese Firewall wirkt, ist jedoch noch recherchebedürftig.


Eine konkrete Anwendung von Massendaten, die von KI-Systemen verarbeitet werden, nennt Roland Albrecht (Geschäftsführer der Heidelberger Markenagentur GoYa) in der WELT: „So werden Kunden von Starbucks angespornt, ihre tägliche Dosis Koffein mit einer Smartphone-App zu bezahlen, in der zuvor Geld hinterlegt wird.

Derzeit sind circa 1,2 Mrd. Dollar auf diesem Account hinterlegt. Das ermöglicht Starbucks, enorme Datenmassen zu akquirieren. Darunter, was die Kunden in welchen Geschäften um welche Uhrzeiten trinken – eventuell sogar, ob es regnerisch oder sonnig ist, wenn ein bestimmtes Getränk konsumiert wird. Diese Informationen werden verwendet, um Kunden individuelle Angebote zu machen.


Wie sich künstliche Intelligenz erfolgreich beim Vermarkten einsetzen lässt, beschreibt auch der Harvard Business Manager (zitiert im KNOW!S Magazin): „Nach Einsatz eines KI-gestützten Systems schossen nicht nur die Anzahl der Kundenkontakte, sondern auch die Verkaufszahlen eines New Yorker Harley-Davidson-Händlers in die Höhe. Übrigens: Die legendäre Motorrad-Verfolgungsjagd in „Terminator 2“ absolvierte Arnold Schwarzenegger auf einer Harley Davidson. Da war „die künstliche Intelligenz“ Schwarzenegger aber schon „der Gute“.

Zurück zum #DMK18. Auch Bestseller-Autor Frank Schätzing befasste sich in der Alten Oper Frankfurt (Main) mit künstlicher Intelligenz. Speziell mit ihren negativen Seiten bzw. ihrem möglichen Missbrauch, was beim Urheber der Dystopie „Der Schwarm“ auch nicht überrascht. Schätzing trug angebliche Nachrichten aus der Zukunft vor, über die das Publikum aus Werbern, Marketingfachleuten, Verlagsmitarbeitern, Journalisten etc. als wahrscheinlich oder unwahrscheinlich abstimmen sollte. Eine dieser – erfundenen oder echten – News hatte das „intelligente Bad“ zum Thema: Während man vor dem Spiegel steht, die Toilette benutzt, sich wiegt, würden Blutdruck, Blutzucker, Körpertemperatur und andere Werte gemessen, woraus die dahinterstehende Technologie „Handlungsempfehlungen“ ableitete. Denn nur wer sowohl den täglichen Messungen als auch den maschinengenerierten Gesundheitsbefehlen zustimme, sei zum Abschluss einer Krankenversicherung berechtigt. Wie Schätzung versicherte, habe es einen solchen Vorschlag bereits gegeben.

 

Künstliche Intelligenz ist eben nur genauso gut oder schlecht wie die menschliche. Andererseits: Surrealer als die Meldung „2030: Bundespräsidentin Angela Merkel eröffnet einen Teilbereich des Berliner Flughafens BER“ wirkte die über das „intelligente Bad“ auf mich auch nicht.

 

 

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